Die kleine Wundertüte mit viel Inhalt

Die kleine Wundertüte mit viel Inhalt

 

 

Die kleine Wundertüte mit viel Inhalt

 

 

Kennt ihr noch diese Wundertüten, die es früher am Kiosk zu kaufen gab?! Ungefähr so war Eddy auch. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit, kamen seine Charaktereigenschaften zum Vorschein.

 

Alles fing damit an, dass er bei einem Spaziergang anfing andere Hunde anzubellen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich aber nicht, dass es reine Unsicherheit von seiner Seite war.

 

Ja, ja, die kleinen haben immer die größte Klappe

 

Ich weiß noch wie unangenehm mir das jedes Mal war. Schließlich bediente mein Hund das Klischee eines kleinen Hundes. Aber ich wusste einfach nicht, wie ich ihm das abgewöhnen konnte.

 

Also setzte ich mich an den Computer und studierte sämtliche Beiträge, die mir erklärten wie ich dieses Verhalten in den Griff bekommen konnte.

 

Dabei fiel mir auf, dass die meisten mit Belohnung arbeiten. Hieß, dass wir bei jedem Spaziergang, Leckerlies in die Taschen packten.

 

Klappte nur leider nicht bei Eddy

 

Natürlich interessierte Eddy das Leckerlie in meiner Hand. Leider aber auch nur solange, bis uns ein Hund entgegen kam.

 

Mit Engelszungen sprach ich ihn an, wedelte mit dem Lecker vor seiner Nase. Wenn er gekonnt hätte, er hätte mir den Stinkefinger gezeigt.

 

Er pöbelte einfach weiter. Bellte sich in Rage und vor lauter Wut, kratzte er energisch mit den Hinterpfoten.

 

Ich hatte zwei Möglichkeiten

 

Das Verhalten hinnehmen oder weiter daran arbeiten.

 

Da ich mich nicht damit anfreunden konnte, dass ich einen „Leinenpöbler“ habe, versuchte ich die verschiedensten Dinge.

 

Permanente Ablenkung durch gutes zu reden, half nur bedingt und leider nicht immer. Ich las Ratgeber zu diesem Thema und einen Satz habe ich bis heute im Gedächtnis:

 

Du als Rudelführer musst Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen“

 

Diesen Satz, sagte ich mir von da an vor jedem Spaziergang. Und es klappte.

 

Das Problem hatte ich, nicht mein Hund

 

Eddy wurde bei Begegnungen mit Artgenossen immer ruhiger. Wurde mir sein Verhalten doch mal zu intensiv, gab ich das Kommando „Sitz“ und ließ den anderen Hund an uns vorbeigehen.

 

Obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass man anhand meiner Handlung sehen konnte, dass mein Hund und ich noch kleine Probleme hatten, fiel mir immer wieder auf, wie rücksichtslos manche Menschen sind.

 

Meiner möchte nur schnuppern und spielen

 

Ich meine, wenn ich sehe, dass mein Gegenüber seinen Hund ins Sitz gehen lässt, da muss es bei mir doch Klick machen.

 

Wenn ich sehe, dass die Person sich voll und ganz auf ihren Hund konzentriert und ihm klar macht das alles okay ist, da gehe ich doch einfach weiter.

 

So sehe ich das. Aber bei weitem nicht alle. Grob geschätzt, haben ca. 70% von den Hundehaltern die mir in der Zeit über den Weg gelaufen sind, in meinen Augen falsch reagiert.

 

Kopflos und wahrscheinlich nicht mal böse gemeint, ließen sie ihre Hunde an der langen Leine auf meinen Hund zu laufen. Es fielen dann immer Sprüche wie: „schon okay, meiner möchte nur mal schnuppern“.

 

Beliebt waren auch Ratschläge und Tipps, nach denen ich nicht gefragt habe. Von Menschen, die nichts über meinen Hund wussten.

 

In der Ruhe liegt die Kraft

 

Aus Erfahrung kann ich sagen, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Wenn man sich Zeit nimmt, kann man alles schaffen. Auch in schwierigen Zeiten muss man einfach immer an sich und seinen Vierbeiner glauben.

 

Eddy stellte uns wirklich auf die Probe

 

Hatten wir doch gerade erst das eine Problem gelöst, kam Eddy auf die nächste Idee. Ab sofort, wurde das Wohnzimmer verteidigt, wie sein Erstgeborenes.

 

Auch dieses Problem fing harmlos an, entwickelte sich aber zügig zu einem großen Fiasko.

 

Am Anfang war Eddy immer leicht angespannt wenn Besuch kam. Wenn es klingelte, war er der Erste an der Wohnungstür. Bellend wurde unser Besuch begrüßt. Naja, eher abgecheckt. Er war angespannt und schnupperte an jedem unserer Gäste.

 

Das schlimmste ist, wenn du Angst um deine Gäste hast

 

Liest sich jetzt dramatisch, aber für mich war das wirklich schlimm. Zeitweise hätte ich ihn am liebsten in einen Raum eingesperrt, wenn jemand zu Besuch kam.

 

Er war wirklich ein Giftzahn. Knurrte eine gute Freundin von mir an, zeigte auch mal gerne seine Zähne oder stand bellend vor meiner Freundin, als sie von der Toilette kam.

 

Dann kam der Punkt an dem wir wussten, wir müssen handeln. Die Nichte von meinem Freund und mein Schwiegervater kamen zu uns.

 

Sie gingen ins Wohnzimmer und sofort schoss Eddy nach vorne. Zähne fletschend in Richtung Schuhe meines Schwiegervaters.

 

Professionelle Hilfe musste her

 

Wir mussten uns eingestehen, dass wir dieses Problem nicht alleine in den Griff bekommen. Eddy hatte bis dato noch nie gebissen.

 

Aber die Angst, dass er es vielleicht doch irgendwann mal tut, war einfach zu groß. Ich tauschte mich mit Bekannten aus und viele rieten mir dazu einen privaten Hundetrainer zu kontaktieren.

 

Das bekommen wir hin

 

Im Internet gab es einige an sogenannten Hundetrainern“. An unseren geriet ich eher durch einen Zufall. In einem Gespräch mit einer Freundin fiel sein Name.

 

Ich erkundigte mich nach ihm. Fand gute Bewertungen und aussagekräftige Videos auf seiner Facebookseite.

 

Nach Rücksprache mit Thorsten, wählte ich seine Nummer und schilderte ihm die Ereignisse mit unserem Eddy. Am Ende des Telefonates war ich voller Hoffnungen und freute mich auf das erste Treffen mit ihm.

 

Wie das ablief und ob es uns was gebracht hat, erfährst du im nächsten Beitrag „Streicheleinheiten von Fremden“

 

EDlovesTILLI

 

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen